IDHM Rennrad in Münster
Nachdem ich fast eine halbe Stunde warten musste, bis die 10 Mann vor mir abgefertigt waren, ging ich wieder zurück zur Turnhalle, stieg in mein Auto und fuhr nach Laer, einer kleinen Gemeinde nicht weit von Münster entfernt, wo das Zeitfahren stattfinden sollte. Da ich schon gegen 12 vor Ort war und so noch fast dreieinhalb Stunden Zeit hatte, konnte ich in aller Ruhe die Strecke ab- und mich warmfahren. Die Runde war fast durchgehend flach, von ein paar saften Steigungen mal abgesehen. Nur der Wind war echt brutal; gut es wurde an dem Tag ja auch vor "stürmischen Orkanböen" gewarnt. Zum Glück blieb es aber trocken.
Um 15:22 Uhr war dann Start für mich. Ich war wohl fast der Einzige, der mit seinem normalen Straßenrad
ins Rennen ging, die meisten hatten richtig gute Zeitfahrmaschinen. Der aerodynamische Vorteil dieser Räder dürfte sich bei diesen Bedingung wohl verdoppelt haben.
Ich stand also oben auf der Rampe und wartete auf das Startsignal. Weil wir schon 15min vorher am Start sein mussten, war ich natürlich schon wieder ziemlich ausgekühlt, trotzdem jagte ich schon nach 40 Sekunden mit Tempo 50 aus Laer hinaus auf die Strecke. Dort relativierte der Wind dann wieder die Geschwindigkeit und ich fuhr nur noch nach Puls. Einige Fahrer konnte ich überholen, allerdings hatte die schon die zweite Runde in den Beinen und waren nicht mehr ganz so frisch. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich den direkt vor mir gestarteten Fahrer eingeholt hatte, da waren noch etwa 10km zu fahren. Und so langsam begann ich das Tempo zu forcieren. Den letzten Kilometer gab ich dann nochmal alles und raste über die Ziellinie. Ich war zwar für den Moment kaputt, aber längst nicht so fertig, wie ich es eigentlich sein wollte. Was war mein Fehler? Ich viel viel zu sachte gefahren. Zwischen 85 und 90% der max. Herzfrequenz ist für ein Zeitfahren einfach zu wenig. Ich hatte am Ende noch zuviele Reserven. Beim nächsten Mal wird der Zielbereich zwischen 90 und 95% liegen, sodass ich mit 100% durchs
Ziel fahren kann. Wie sagte meine Trainerin doch: "Beim Zeitfahren sind die am schnellsten, die von Anfang an alles geben." Jaja, hätt' ich nur auf sie gehört. Da wären bestimmt 1,5 Minuten drin gewesen, mit Aerorad noch etwas mehr. So aber lag ich mit meiner 37:53min nur auf dem 35. Platz. Aber gut, das war mein erstes Zeitfahren, beim nächsten Mal wirds besser. Der Sieger ist übrigens einen 46,5er Schnitt gefahren- einfach Wahnsinn bei diesen Bedigungen. Aber ich muss mich nicht schämen: die meisten vor mir platzierten sind A- Amateure.
Der Rest des Tages verging schnell. Nach einem ausgiebigen Ausfahren, wurde geduscht, ein Recovery- Drink getrunken und wieder zurück nach Münster gefahren. Dort stieg am Abend eine sehr gemütliche Pasta- Party, die aber aufgrund der allgemeinen Müdigkeit bereits gegen 22 Uhr zuende war.
gemacht, vor allem auch mit Milch. Aber seitdem ich meine Ernährung umgestellt habe (und früh keine Milch mehr trinke) ist es viel besser geworden.
uss das Tempo mächtig forcierte und davonzog. Im Windschatten folgte ich ihm als Einziger- eine gute Entscheidung. Wir 2 fuhren schnell einen guten Vorsprung heraus und harmonierten als Team ganz gut, zumal sich uns auch noch ein weiterer von uns eingeholter Fahrer anschloss. Erst als unsere Gruppe größer wurde, lief es nicht mehr rund. Auf den letzten 10km wollte keiner mehr in den Wind und Tempo machen. Von 8 Leuten in der Grupp wechselten sich nur 3 Leute an der Spitze ab. Furchtbar! Wer nicht mehr kann soll ganz aussteigen, aber nicht lutschen und das Tempo verschleppen. Irgendwann waren wir wieder in Münster und es wurde in der Innenstadt recht kurvig. Bei einer Linkskurve hätte ich fast den Anschluss verloren, als ich eine Verkehrsinsel außen und nicht innen umfuhr. Aber ein kurver Antritt brachte mich schnell wieder heran. Langsam begann die heiße Phase und wir fragten uns, wie weit es wohl noch sein würde. Plötzlich tauchte die 500 Meter- Marke auf und ich schaltete in den größten Gang, um auf alles vorbereitet zu sein. Dann ging ein Fahrer und ich folgte ihm. Knapp hinter uns der Rest der Gruppe. Wieder eine leichte Kurve... noch 200 Meter... Rad an Rad fuhren wir nebeneinander her, jeder an seinem Limit, die Beine total sauer, es war nicht abzusehen, wer den Sprint gewinnen würde, obwohl es um nichts mehr ging... noch 50 Meter... ich ging nochmal aus dem Sattel, nahm alle Kraft zusammen und fuhr mit 10cm Vorsprung unter dem Jubel der Zuschauer als "Erster" über die Ziellinie. Geil, mein erster Zielsprint und ich habe ihn gewonnen und das gegen einen A-Fahrer! In der Endabrechnung bin ich mit einer Zeit von 2:12:54h auf Platz 37 gelandet. In der abschließenden Gesamtwertung der beiden Rennen belegte ich Rang 33. Gar nicht so schlecht, auch wenn wie immer mehr möglich gewesen wäre. 


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